Blaubären schlagen sich wacker beim Rekordmeister

Februar 13, 2026

770 Kilometer von zuhause entfernt und ein übermächtiger Gegner vor der Brust: eine Aufgabe, die für die Binder Blaubären TSV Flacht nicht realistisch machbar war. Doch trotz aller Widrigkeiten verkaufte sich der Bundesliga-Neuling gegen das Erstliga-Urgestein SSC Palmberg Schwerin teuer.

 

Weite Anreise und eine Rückkehr

Bereits am Donnerstagabend war der Mannschaftstross der Blaubären vom Vereinsheim in der Kelterstraße aufgebrochen und hatte sich auf die längste Auswärtsreise der Saison in der ersten Volleyball-Bundesliga gemacht. Noch weiter als die Auswärtsfahrten zum ETV Hamburg, wo die Blaubären bislang in drei Einsätzen drei Siege feierten, und beinahe so weit wie die Reise zu den Stralsunder Wildcats in der Debütsaison in der zweiten Bundesliga Pro. Mit dem vollständigen Kader, der anders als die gegnerischen Profis einen Urlaubstag für die lange Anreise opfern musste, kehrte Manuel Hartmann an seine alte Wirkungsstätte zurück. Der Blaubären-Chefcoach assistierte beim SSC Palmberg Schwerin von 2016 bis 2018 dem Cheftrainer Felix Koslowski, der bis heute in der Ostseestadt amtiert. Auch wenn es gegen den alten Lehrmeister nichts zu holen gab, stellte Hartmann den Anspruch eines guten Auftritts an seine Schützlinge.

 

Gegen einen übermächtigen Gegner stark verkauft

In der gut besetzten Palmberg-Arena in Schwerin war der Gast natürlicherweise der eindeutige Außenseiter, der Champions-League-Teilnehmer aus der mecklenburgischen Landeshauptstadt hatte bereits im Hinspiel das qualitative und monetäre Gefälle zwischen den beiden Vereinen. Gegen Schwerins erste Sechs, die große Teile des Spiels auf dem Feld verbrachte, waren die Blaubären machtlos. Dennoch stemmte sich der krasse Außenseiter nach besten Kräften dem Rekordmeister entgegen und kämpfte sich gemeinschaftlich zu Punkten. Manuel Hartmann brachte beinahe seinen gesamten Kader zu Spielzeit. Am Schluss holten die Schwarz-Blauen ganze zwölf Punkte und sorgten bei den heimischen Anhängern für überraschte Blicke.

 

Wieder lässt sich der TSV Flacht nicht unterkriegen

Im zweiten Durchgang war das Bild ein sehr ähnliches, die Profis des SSC stellten die nebenberuflichen Spielerinnen des TSV Flacht vor große Herausforderungen. Doch auch von noch so hohen Rückschlägen ließ sich das Team nicht entmutigen. Punkt für Punkt arbeitete sich das Team um Kapitänin und Ex-Schwerinerin Frauke Neuhaus in den Satz und wehrte sich nach Kräften. Das größte Kuriosum gelang Libera Leonie Büdenbender, die in der Vorwoche noch zur MVP gekürt worden war: ein abgewehrter Ball von Flachts Nummer 10 segelte über alle Schweriner Köpfe hinweg und landete im Feld, Punkt für den TSV. Es sollte nicht der letzte bleiben, erneut trotzten die mutigen Gäste dem bedeutend stärkeren Gegner zwölf Zähler ab.

 

Erneute Steigerung im letzten Durchgang

Dass Satz drei der letzte für den Flachter TSV werden würde, war schon vor dem Spiel allen Beteiligten klar. Doch kampflos ergeben wollte sich auf Seiten der Blaubären niemand. Weder die Spielerinnen noch die angereisten Fans steckten angesichts der gewissen Niederlage auf, Flacht zeigte erneut, wofür der Verein steht: unbändige Leidenschaft und die absolute Weigerung, sich vorzeitig aufzugeben. So kamen die Blaubären bis auf 9:13 an den amtierenden Meister heran und stellte am Ende sogar auf 19 Punkte. Mit einem Sieg hatte niemand gerechnet, doch die Ausbeute kann sich angesichts der gewaltigen Kluft zwischen den Teams durchaus sehen lassen.

 

Sara Marjanovic wird für starke Leistung belohnt

Zur MVP wurde zum zweiten Mal nach dem Gastspiel bei Allianz MTV Stuttgart Flachts Außenannahme Sara Marjanovic gekürt. Mit neun Punkten war sie die erfolgreichste Sammlerin auf Seiten des TSV und verdiente sich nach ihrer Einwechslung im ersten Durchgang zwei Sätze in der Starting Six. Mannschaftsübergreifend sammelte nur Schwerins MVP Leana Grozer mehr Zähler (13). Alle Punkte erzielte die 25-Jährige nach direkten Angriffen und glänzte mit einer starken Quote von 50 %, jeder zweite Angriff führte also zu einem Punkt.

 

Erneut große Bewunderung für den ganz besonderen Verein

Von allen Seiten war die Rückmeldung einhellig, Fans und Verantwortliche der Gastgeber waren sich einig: der Aufsteiger hatte einen starken Eindruck hinterlassen. Der Kampfgeist der Spielerinnen auf und der leidenschaftliche Support der Fans abseits des Feldes imponierten die Anwesenden stark. Damit zieht sich ein roter Faden durch die Saison des TSV Flacht: der Bundesliga-Neuling sorgt bundesweit für Bewunderung. Schon beim Auswärtsspiel in Wiesbaden Anfang November wurden die Blaubären beklatscht. Von den Anhängern des VfB Suhl, die eine Freundschaft zu denen des TSV pflegen, gab es gar Sprechchöre für die Mannschaft aus dem Heckengäu. Obwohl die Blaubären wohl der größte Außenseiter der Bundesligageschichte sind, maximieren die Spielerinnen regelmäßig ihre Möglichkeiten und präsentieren sich mental mehr als bereit für das deutsche Oberhaus, welches für nahezu alle Spielerinnen absolutes Neuland darstellt.

 

Nächstes Spiel: Hamburg zu Gast

Am kommenden Wochenende öffnet erneut die Weissacher Bärenhöhle ihre Pforten. Mit dem ETV Hamburg ist der Verein zu Gast, dem Flacht seinen ersten Sieg in der Beletage abrang. Ein Ergebnis, das sich gern wiederholen darf.

 

Text: FN | Binder Blaubären TSV Flacht
Foto: Michael Dittmer

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